2 Ärzte, 3 Diagnosen?
Immer öfter werde ich in meiner Ordination aufgesucht, weil Patienten bei den gleichen Symptomen von 2 Ärzten scheinbar unterschiedliche Diagnosen gesagt bekamen und nun meine Meinung wissen wollen.
Praktisch immer ist die Ursache nicht eine Fehldiagnose eines der beiden Ärzte. Grund ist, dass es für viele lateinische Diagnosen kein deutsches Wort gibt und der Arzt versucht, dies mit deutschen Wort zu um-/beschreiben. Der medizinische Laie versteht daher nicht, dass es bei Schmerzen in der Halsmuskulatur es sich um ev. eine Kombination von Entzündung, Zerrung, Verspannung, möglicher ausgelöst durch Kälteeinwirkung (=Verkühlung) handelt.
Zusätzlich ist es egal, welcher dieser Faktoren in welchem Maß an der Ursache der Nackenschmerzen beteiligt ist; denn die Therapie ist völlig die gleiche. Das gleiche gilt für die "Peribronchitis": Einmal wird es als "sehr starke Bronchitis", das andere Mal als "beginnende Lungenentzündung" übersetzt. Beide Aussagen sind richtig; vor allem die Therapie bleibt die gleiche.
Das gleiche gilt für die Diagnosen "Gastritis, Magenschleimhautentzündung, Übersäuerung".
Auch wenn durch eine eingeleitete Therapie die Beschwerden nicht sofort abklingen, ist nicht sofort eine Fehldiagnose gegeben. Suchen Sie Ihren Arzt auf und besprechen Sie dies mit ihm. Ein sofortiger Arztwechsel ist meist nicht sinnvoll.
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