Vorsorgeuntersuchung

Fr. S., 60: Meine Nachbarin war vor 6 Monaten bei einer Gesundenuntersuchung und dabei sei alles in Ordnung gewesen. Jetzt hat man bei ihr einen seltenen Tumor des Dünndarms gefunden. Ist das möglich?

Dr. Eglseer: Die Vorsorgeuntersuchung dient in erster Linie dazu häufige schwere Erkrankungen rechtzeitig zu finden bzw. überhaupt diese vorzubeugen. Dazu zählen Erkrankungen des Herzkreislaufsystems wie Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Durchblutungsstörungen der Beine und häufig auftretende bösartige Tumore wie Dickdarm-, Brust-, Gebärmutterhalskrebs sowie Melanom und Prostatakarzinom.
So wird nach Bewegungsmangel, Übergewicht, unbekanntem Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen gefahndet.
Zusätzlich werden dabei routinemäßig auch viele andere bisher nicht bekannte Erkrankungen gefunden.
Es ist jedoch dem Einzelnen nicht zumutbar alle nur möglichen eingreifenden Untersuchungen über sich ergehen zu lassen um Erkrankungen, die z.B. nur 2x pro Jahr in Österreich auftreten, zu entdecken. So ist der von Ihnen erwähnte Dünndarmtumor sehr selten. Und wenn die Untersuchung des Stuhls auf verstecktes Blut unauffällig war, entgeht so eine Erkrankung dem Screening.
Auch wäre dies finanziell nicht leistbar. ? Wir dürfen nicht vergessen, dass es ja unser Geld in Form von Steuern und Krankenkassenbeiträge ist, dass dafür aufgewendet wird.
Die Vorsorgeuntersuchung, besser bekannt unter dem Ausdruck ?Gesundenuntersuchung?, verfolgt also zwei Ziele:
die Vermeidung von gesundheitlichen Risikofaktoren (
Primärprävention
) und
die Früherkennung von Krankheiten (
Sekundärprävention
).
Erstens soll verhindert werden, dass Krankheiten entstehen, indem ein Gesundheitsrisiko rechtzeitig erkannt und reduziert wird. Zweitens sollen Krankheiten in einem möglichst frühen, noch gut therapierbaren Stadium entdeckt werden, um bessere Heilungschancen zu erreichen.
Ein Schwerpunkt der Vorsorgeuntersuchung liegt auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Diese Krankheiten zählen bundesweit zu den häufigsten Todesursachen. In Österreich erleiden jährlich rund 12.000 Menschen einen Herzinfarkt. Ungefähr die Hälfte der Betroffenen stirbt an den Folgen. Die Krebserkrankungen nehmen mit ca. 25 Prozent den zweiten Platz in der Reihenfolge der Todesursachen ein. Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist auch, die Häufigkeit von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen und die Todesfälle zu senken.
Die Vorsorgeuntersuchung trägt einen wesentlichen Anteil an der in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Lebenserwartung bei. Würde sie noch mehr genutzt, würden sich die entsprechenden Daten noch deutlich verbessern.
Als die Vorsorgeuntersuchung 1974 in Österreich eingeführt wurde, lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei ungefähr 75 Jahren und jene der Männer bei 67 Jahren. Heute leben Frauen durchschnittlich um sieben und Männer um acht Jahre länger.
Wirksamkeit der Vorsorgeuntersuchung zeigt sich durch beeindruckende Zahlen: Seit der Einführung einer einfachen Abstrichuntersuchung (PAP-Abstrich) konnte die Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterhalskrebs in den letzten zwei Jahrzehnten um 50 Prozent gesenkt werden. Darüber hinaus hat die frühzeitige Behandlung von Bluthochdruck dazu beigetragen, dass die Todesfälle durch Schlaganfall seit 1980 um 45 Prozent zurückgegangen sind.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Österreich Todesursache Nummer eins. Pro Jahr sterben ungefähr 32.000 Menschen (43 Prozent der Sterbefälle) an den Folgen dieser Erkrankungen. Die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ? insbesondere für Herzinfarkt ? sind erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte, Übergewicht und Rauchen.
Krebserkrankungen sind mit ca. 19.000 Sterbefällen pro Jahr die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Die Früherkennung einer Krebserkrankung macht den Einsatz von Therapieverfahren möglich, die weniger belastend sind als Therapien von fortgeschrittenen Krebserkrankungen.
Die Vorsorgeuntersuchung kann von allen Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr mit Wohnsitz in Österreich einmal jährlich kostenlos in Anspruch genommen werden.
Auch nicht krankenversicherte Personen können die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, wenn sie sich bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Gebietskrankenkasse einen Ersatzkrankenschein für die Untersuchung ausstellen lassen.
Was soll zur Untersuchung mitgebracht werden?
Als Anspruchsnachweis ist Ihre E-Card oder der Ersatzkrankenschein erforderlich.
Zusätzlich empfiehlt es sich, alte Befunde von vorausgegangenen Untersuchungen mitzubringen.
Nehmen Sie eine Liste all jener Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen.
Die Gesundenuntersuchung umfasst eine Basisuntersuchung (ausführliches Erhebungsgespräch, Laboruntersuchungen und eine Ganzkörperuntersuchung sowie ein ausführliches beratendes Abschlussgespräch), eine gynäkologische Untersuchung beim Frauenarzt (PAP-Abstrich), eine Mammographie beim Röntgenarzt und ab dem 50. Lebensjahr wird eine Darmspiegelung empfohlen. Männern wird der Gang zum Urologen (Früherkennung von Prostataerkrankungen) empfohlen. Ebenso wird auf die Prävention von Parodontalerkrankungen und den Alterserkrankungen wie verminderte Hör- und Sehleistung wert gelegt.

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Übrigens: Wann waren Sie das letzte Mal bei einer Vorsorgeuntersuchung?

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